Di. Okt 4th, 2022

Nachdem wir den gestrigen Tag ganz ruhig im Garten haben ausklingen lassen, sind wir heute voller Vorfreude. Wir haben am Nachmittag einen Termin mit den Eigentümern meines Traumhauses. Zumindest laut Internetangebot. Was wird uns erwarten? Ein Haus in dem wir leben möchten, oder eher eine Bauruine, unsympathische Eigentümer? Die Stunden bis zum Termin wollen nicht vergehen. Ich träume schon davon hier bleiben zu dürfen und mir hier im Dorf ein neues Leben aufzubauen. Achim bremst meinen Enthusiasmus, er geht sehr viel skeptischer und mehr mit dem Kopf an die ganze Sache ran. Ich bin eher der Bauchmensch, und mein Bauch sagt mir, bleib, hier wirst Du glücklich.

Endlich, wir können los. Von außen sieht es schon mal super aus, oder was sagst Du? Wir stehen draußen und warten. Minuten werden zur Ewigkeit. Aber da, ja der rote Wagen hält vor der Türe. Ein Mann und eine Frau steigen aus und stellen sich als J. und K. vor. K. spricht sogar sehr gut deutsch, er hingegen nicht. Gemeinsam betreten wir das Grundstück. Es gibt einen Brunnen, diverse Obst und Walnussbäume. Eine Szene werde ich wohl nie vergessen, und ich muss heute noch lachen wenn ich daran denke. J. zeigt erst auf einen Baum mit dem Wort Körte, dann auf sich, Schnaps. Auf Nachfrage bestätigt K. uns das J. die Früchte dieses Baumes selbst ernten möchte um daraus Schnaps zu brennen. Somit wussten wir schon, bevor wir überhaupt das Haus besichtigt haben, das die Birnen ihm gehören.

Aber jetzt kommt das wichtigste, wir betreten das Haus und sind positiv überrascht. Wir stehen in einem großen Vorraum, von diesem geht es in alle anderen Zimmer. Es gibt vier Zimmer, Küche und Bad. Alles ist einfach aber zweckmäßig eingerichtet. An den zwei Eingängen gibt es jeweils eine Terrasse. Zudem gehören noch eine Werkstatt und ein Stall mit Scheune dazu. Bei Bedarf können wir auch den Dachboden ausbauen. Am liebsten würde ich sofort JA sagen, aber ich habe Achim versprochen dass wir mindestens eine Nacht darüber schlafen.

Mit den Worten das wir uns in den nächsten Tagen melden, bedanken wir uns, und mit einem letzten Blick verlassen wir das Grundstück.

Wie der weitere Tag verläuft brauche ich sicher nicht erzählen. Das Thema zwischen uns auch klar. Ja oder nein? Was spricht für das Haus, was dagegen? Sind wir wirklich bereit Deutschland zu verlassen? In ein Land zu ziehen, dessen Sprache wir nicht sprechen? Und wenn ja, zu wann? An Abend sind wir uns sicher und einig, wir wollen es wagen. Termin 1. September 2017. Noch eine unruhige Nacht liegt vor uns, werden wir uns mit den Eigentümern einig werden?

Am nächsten Tag kontaktieren wir K. und bitten um einen neuen Termin. Sie verspricht sich zu melden sobald sie mit ihrem Mann gesprochen hat. Noch am gleichen Tag können wir uns wieder treffen. Wir treffen uns wieder am Haus. Die beiden wollen viel über uns und unser Leben wissen, aber sie erzählen auch einiges über sich. Es scheint die Chemie zwischen uns stimmt. Wir werden uns dann auch schnell einig, der Termin 1. September steht. Einzig das sie noch einen Kühlschrank und eine Waschmaschine besorgen müssen, bereitet ihnen Kopfschmerzen. Und man merkt ihnen die Erleichterung an, als wir ihnen sagen dass diese nicht nötig ist und wir ja unsere Sachen mitbringen werden. Ein fester Händedruck besiegelt die Vereinbarung, es gibt keinen schriftlichen Vertrag nur das gegenseitige Versprechen. Schon mal vorab, einen schriftlichen Vertrag haben wir bis heute nicht.

Jetzt können wir noch einige Tage unseren Urlaub genießen, und uns das Dorf und die nähere Umgebung ansehen, soweit es die Temperaturen zulassen.

Von Gabriella

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.