Do. Sep 29th, 2022

Ihr kennt sie sicher auch, die Beiträge. Das Tier sitzt auf gepackten Koffern, es sehnt sich nach einer eigenen Familie. So oder so ähnlich versuchen Tierschutzorganisationen ihr Tiere unterzubringen. Klar auf die Tränendrüse drücken ist sicherlich ein adäquates Mittel.

Aber mal ehrlich, gerade die Tiere die von der Straße gerettet werden, haben meist noch nie eine Wohnung von innen gesehen. Menschen machen ihnen Angst, haben sie von ihnen dich noch nichts Gutes erfahren. Von den Tierschützern mal abgesehen. Für die meisten Tiere ist der Shelter das erste eigene „Zuhause“

Wenn man darüber genauer nachdenkt, wird einem schnell klar, wenn ich mich für so ein Tier entscheide, wird es mir nicht vor lauter Dankbarkeit die Füße küssen. Vermutlich hat es Angst, geht jeder Annäherung erstmal aus dem Weg. Jeder Versuch das Tier anzuleinen eine Herausforderung, vielleicht hat es ja einen Teil seines Lebens an der Kette verbracht und verbindet nichts Gutes mit der Leine. Das man sein Geschäft nicht in der Wohnung verrichtet hat ihm vermutlich auch noch niemand beigebracht.

Warum ich das hier schreibe? Gestern und heute habe ich zwei Geschichten gelesen die mich wütend machen. Die erste war ein Hund hier aus Ungarn. Eine ganze Stunde durfte er sein „Glück“ mit der eigenen Familie genießen. Dann wurde der Verein angerufen und musste den Hund wieder abholen. Mit einem Hund der soviel Angst hat, konnten die Adoptanten nichts anfangen. Eine Vermittlung ohne Happy End. Ob die Kommunikation zwischen Organisation und neuem Besitzer nicht, oder nur unzureichend, stattgefunden hat entzieht sich meiner Kenntnis. Die zweite Geschichte ist fast noch trauriger. In der Türkei wird ein Tier einem Flugpaten übergeben. In Frankfurt bleibt dieser Mensch dann auf dem Hund sitzen. Die mutmaßlichen zukünftigen Besitzer hatten inzwischen erfahren dass die einjährige Hündin noch nicht stubenrein ist. Somit haben sie die Übernahme verweigert und der Flugpate blieb auf dem Tier sitzen.

Zwei Hundeschicksale die mich einfach nur fassungslos und wütend machen. Und sie sind nicht die einzigen, solche Geschichten liest man ständig.

Ich habe zwei Bitten, eine an die Organisationen und die andere an die Interessenten

An die Tierschützer, bitte hört endlich damit auf, auf die Tränendrüse zu drücken. Beschreibt das Tier so ehrlich wie möglich schon in der Suche. Benennt nicht nur die Vorzüge sondern auch die Schwächen des Tieres.

An die potentiellen Tierhalter, das beste wäre sicherlich auch das Tier vor Ort selbst anzuschauen und es kennen zu lernen. Da dies aufgrund der Entfernung ja leider nicht immer möglich ist, löchert die Organisation mit Euren Fragen. Erfragt besonders die Eigenschaften des Tieres die Euch wichtig sind oder zu einem Problem werden könnten. Bekommt ihr keine zufriedenstellende oder erschöpfende Auskunft, solltet ihr nicht nur eine, sondern mehrere Nächte darüber schlafen, und erst dann entscheiden ob ihr Euch auf diese Abenteuer einlasst. Denn ein Hund aus dem Tierschutz ist und bleibt ein Abenteuer. Ich weiß wovon ich rede, habe ich doch selbst zwei Tierschutzhunde.

Von Gabriella

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