Do. Mai 19th, 2022

Guten Morgen, so langsam mehren sich die Themenvorschläge. Die einen kann ich mehr oder weniger sofort umsetzen, für andere muss ich selbst noch ein wenig recherchieren. Das Thema Infrastruktur wurde von Angela vorgeschlagen und hier speziell die Bitte, die dörfliche Infrastruktur.

Wir leben selbst in einem kleinen Dorf, rund 200 Einwohner sind wir hier. Die erste Frage zum Thema kann ich sofort beantworten. Braucht man zwangsläufig ein Auto? Nein! Braucht man nicht unbedingt. Der Bus kommt so häufig, das ich theoretisch auch alles mit dem Bus erledigen kann. Und ab meinem 65.ten Geburtstag sogar kostenlos. Allerdings brauche ich für die Fahrt in die Kreisstadt, Kaposvár, mit dem Bus doppelt so lange.

Was kann ich noch zu der Infrastruktur sagen? Wir haben einen kleinen Dorfladen, es kommen täglich fahrende Händler ins Dorf und meine Bankgeschäfte kann ich am Postauto erledigen. Vor Corona kam zudem wöchentlich die Ärztin ins Dorf, ob das irgendwann wieder so sein wird, weiß ich nicht. Ansonsten erreicht man sie ca. 6km weiter im übernächsten Dorf. Was ich ein wenig vermisse ist eine Dorfkneipe oder Kaffee, wo man sich zwanglos treffen kann. Für die Sprachentwicklung wäre dies sicher hilfreich. Mich vor dem Laden stellen und mein Bier auf der Straße trinken, ist eher nichts für mich, bzw. uns.

Von Kaposvár aus, fahren die Busse am Busbahnhof in viele verschiedene Richtungen und man kann andere Gemeinden mehr oder weniger zügig erreichen. Da ich selbst aber mit dem Auto unterwegs bin, kann ich zu Zeitabständen wenig sagen.

Ein aktuelles Beispiel habe ich allerdings. Abends nach 20 Uhr in Budapest ankommen und dann Richtung Kaposvár ist zumindest jetzt im Herbst nicht möglich. Man kommt noch bis Székesfehérvár, Ankunft 23:58 Uhr, Weiterfahrt um 05:30 am nächsten Morgen. Solche „Fernreisen“ sollte man somit gut planen.

Menschen die gesundheitliche Probleme haben, die regelmäßig einen Facharztbesuch voraussetzen, würde ich empfehlen sich vor einem Umzug zu informieren, wo dieser erreichbar ist und mein neues Domizil dann auch dort suchen.

Die Entscheidung Stadt oder Dorf, sollte man nicht nur aus dem Bauch heraus treffen. Sondern sich ganz genau fragen, was brauche ich unbedingt? Wir fühlen uns hier im Dorf sehr gut aufgehoben, aber das muss für dich nicht gelten. Vielleicht brauchst oder wünschst Du Dir mehr Trubel, Du benötigst die Sicherheit in kurzer Zeit einen Arzt oder Klinik erreichen zu können. Wenn Du Deine Bedürfnisse und Wünsche kennst, wirst auch Du den Ort finden, wo Du spürst, hier gehöre ich hin. Und eins muss unbedingt noch gesagt werden, wer hier westeuropäische Standards sucht, der sollte in Westeuropa bleiben.

Von Gabriella

Ein Gedanke zu „Infrastruktur“
  1. Danke!
    Ist ja schon mal gut zu wissen, daß man auf dem Dorf dann im Notfall auch ohne Auto zurecht kommt, kann ja auch mal in der Werkstatt sein oder man ist getrennt unterwegs und hat nicht 2 Fahrzeuge.
    Ich möchte schon dörflich wohnen, mit schön viel Natur rundherum.

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